Wie man dazu kommt, eine Sambaschule in Oldenburg zu gründen:

Als junge Studentin habe ich eine Bekannte für sechs Wochen nach Brasilien begleitet und nach einem ersten Kulturschock Land, Leute und Kultur lieben gelernt. Kurz, ich war mit dem Brasilienvirus infiziert.

“Matar a saudade” (= die Sehnsucht töten). Zurück in Deutschland habe ich weiter Portugiesisch gelernt, habe bei mehreren Sambagruppen mitgewirkt und mich musikalisch weitergebildet.

Während meines Refendariats (Chemie/Mathe) habe ich zum ersten Mal 25 Schülern den brasilianischen Samba auf geliehenen Trommeln beigebracht.

Als wir nach Oldenburg zogen, hatten wir das Glück, in ein großes Pfarrhaus mit angrenzendem Gemeindehaus ziehen zu dürfen. Es gab einen großen, gut ausgebauten Kellerraum mit Tafel.

Da ich gerne nicht nur tommeln wollte, sondern ganze Shows, wie ich sie in Brasilien erlebt hatte, auf die Beine stellen wollte und außerdem gerne auch etwas mit Kindern machen wollte, habe ich von meinem Ausbildungsgehalt den ersten Satz Instrumente angeschafft und mich mit interessierten Freunden, meinen eigenen Töchtern und deren Freundinnen zum Trommeln im Keller getroffen.

Anfang 2003 hatten sich diese Treffen etabliert und es kamen auch andere interessierte Leute und erste brasilianische Familien dazu. Ganz wichtig für die Sambaschule war die Bekanntschaft mit Jane Miranda Harris, die viele Ideen und viel Erfahrung eingebracht hat.

Schon im Sommer 2003 hatten wir die erste Revue, damals für die EWE, aufgeführt. Damals noch mit “geliehenen” Trommlern.

2004 hatte die Kinder “Estrelinhas” (=Sternchen) ihren ersten öffentlichen Auftritt beim Familienfest der NWZ. Aber auch die erwachsenen Trommler hatten ihre ersten Einsätze.

2005 waren wir zum ersten Mal beim Landeskulturfest der Oldenburgischen Landschaft. Am Samstag hat die gesamte Sambaschule ein abwechslungsreiches Programm gezeigt und am Sonntag haben meine nun fast 30 Sambaschulkiinder mit einer Stunde Programm einen überfüllten Schlossplatz bestens unterhalten.

Seitdem haben wir viel zu tun, haben immer wieder neue Ideen entwickelt, neue Kostüme genäht, neue Rhythmen und Tänze gelernt und den Spaß an der Sache nie verloren. Leute sind gegangen, neue sind dazu gekommen. Einige sind seit der ersten Stunde dabei geblieben. Aus den Kindern der Anfangszeit ist die Teeniegruppe “Duendes da Cidade” (= Trolle der Stadt) entstanden.

Inzwischen sind meine Töchter erwachsen und haben wichtige Funktionen in der Sambaschule übernommen.

Als absoluten Höhepunkt all unserer Sambaauftritte haben wir 2013 mit 80 Leuten beim Oldenburger Kramermarktsumzug unser 10jähriges Jubiläum gefeiert und ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Claudia Krahn

 

 

 

 

Geschichte

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